Eine Mutter erzählt...


...von drei Jungs und den Erfahrungen im Waldkindergarten. Ole geht in die Schule, Oscar besucht den Waldkindergarten und Lasse startet im nächsten Jahr seine Waldzeit.

Mein Mann und ich haben uns ganz bewusst für den Waldkindergarten entschieden, weil wir finden, dass diese drei Jahre ein echtes Geschenk für die Kinder sind. Sie werden die nächsten Jahre in Klassenräumen verbringen und- wenn sie nicht gerade eine Ausbildung machen, die sie nach draußen bringt und dort arbeiten lässt- auch ihr Berufsleben in Häusern verbringen.

Nie mehr werden sie so viel Zeit draussen verbringen können, nie mehr so viel Wissen und Bezug zur Natur aufbauen können.

Dieses Wissen hat uns schon mehrfach total verblüfft und fasziniert. So wissen wir nun von Vögeln die sich zum Schutz vor Käfern die ihr Gefieder angreifen könnten von Ameisen „anpinkeln“ lassen. Und unsere Jungs können uns auch sagen, ob ein Zapfen von einer Maus, einem Eichhörnchen oder einem Vogel angeknabbert wurde.

Beide Kinder finden/ fanden die Wanderungen super und erzählen dann begeistert von Tieren und Kletterbäumen die sie entdeckt haben. Aber genauso toll sind die Tage, an denen die Gruppe am Bauwagen bleibt um dort in der Matschecke zu buddeln, zu schnitzen, am Feuer zu sitzen oder Geschichten zu lauschen.

Wir konnten beobachten, dass sich unsere Jungs super gut mit den Spielsachen zu Hause beschäftigen und Fahrzeuge und Bausteine nicht so schnell langweilig sind, da es diese im Wald eben nicht gibt. So haben beide Spielorte ihren Reiz und werden nicht so schnell langweilig.

Als Mutter habe ich manchmal ein echt schlechtes Gewissen, wenn ich die Kinder morgens bei Regenwetter in den Wald bringe... „ist das jetzt fair? Ich husche gleich wieder ins Trockene und die Kinder...“

Aber Ole hat mich letztens mal wieder beruhigt als er meine Frage, ob Regentage im Wald eigentlich sehr schlimm waren beantwortet mit: „Nee, das war total cool, da konnten wir immer rummatschen!“ Also alles gut.

Der Übergang in die Schule war dann übrigens kein Problem. Wir machten uns schon Sorgen, wie Ole es schaffen wird, in einem Raum still zu sitzen und dem Unterricht zu folgen. Aber die Rückmeldung der Lehrerin war durchweg positiv und Ole hat nicht mehr Zeit als andere gebraucht um sich an den Schulalltag zu gewöhnen. Er und sein Freund ( der auch im Waldkindergarten war) werden in der Schule als sehr sozial und als „Teamplayer“ gesehen.

Was ich für uns als Eltern toll finde ist der doch sehr intensive Austausch mit den Erziehern. Man kann eigentlich immer „zwischen den Bäumen“ nachfragen, sich austauschen und ist so gut informiert. Natürlich gibt es in einer Elterninitiative mehr zu tun für die Eltern, aber man kann eben auch viel mitgestalten.